Medienmitteilung – 04.08. 2026
Fischereiverband Kanton Luzern
Hey, und wer denkt an die leidenden Fische?
Die Situation spitzt sich zu: Trockenheit und hohe Temperaturen setzen den Luzerner Gewässern zu, gefährden oder stressen die Fische. Der Fischereiverband Kanton Luzern FKL fordert aktuelle Verhaltensregeln und langfristige Gewässerschutzmassnahmen.
Der Klimawandel schlägt unbarmherzig zu. Seit Wochen fehlen Niederschläge und Abkühlung. Die Auswirkungen der anhaltenden Hitze und der Dürre auf die Lebensbereiche Gesundheit, Wasserversorgung, Landwirtschaft, Stromproduktion, Freizeit sind fatal - aber: «Kaum jemand spricht über die tödlichen Folgen der Trockenheit auf Fauna und Flora in und an den Gewässern», sagt Markus Fischer, Co-Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern. Co-Präsidentin Sara Muff ergänzt: «Wer heute an Bächen steht, sieht zu oft ausgetrocknete Abschnitte vor sich oder Fische, die in viel zu warmem Wasser ums Überleben kämpfen.»
Bereits stark belastete Fischbestände
Schon vor der aktuellen Hitzephase standen die Fische unter Druck. Gemäss der Roten Liste gelten drei Viertel der einheimischen Fisch- und Rundmaularten der Schweiz als ausgestorben, bedroht oder stark gefährdet. Der Fischereiverband Kanton Luzern ist in höchster Sorge: Ohne Niederschläge und Abkühlung droht der Schweiz das grösste Fischsterben aller Zeiten. Das betrifft auch den Kanton Luzern. Kritisch ist die Lage derzeit nicht nur in kleineren, sondern auch in verschiedenen mittelgrossen Fliessgewässern. Betroffen sind unter anderem die Wigger, die Wyna, der Aabach sowie zahlreiche weitere Bäche. Auch die Pegelstände grösserer Gewässer wie Reuss, Emme und Baldeggersee liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Fische verenden in ausgetrockneten Bachbetten oder im viel zu warmen Wasser. Die Existenz vieler Wasserbewohner ist gefährdet.
Kurzfristiges Verhalten
Was getan werden kann, soll getan werden! Der Fischereiverband bittet aktuell um folgendes Verhalten:
- Verzicht auf Wasserentnahmen gemäss geltendem Verbot des Kantons.
- In Gewässern mit noch fliessendem Wasser keine künstlichen Stauungen bauen, bereits wenige Zentimeter hohe Schwellen versperren Forellen und Äschen den Weg zu kühleren Wasserstellen.
- Auf das Durchwaten von kleineren Bächen und das Baden an signalisierten Stellen grösserer Gewässer verzichten.
- Hunde nicht in Bächen baden lassen.
- Keine unnötigen Freizeitaktivitäten in flachen Gewässerabschnitten.
- Wasser sparsam verwenden.
- Verzicht auf die Fischerei in vom Wassermangel betroffenen Bach- und Flussabschnitten.
Langfristige Massnahmen
Langfristig kann sehr wohl einiges bewirkt werden. Die Auflagen des revidierten Gewässerschutzgesetztes müssen konsequenter und vor allem viel zügiger umgesetzt werden. Gefordert sind Bund, Kanton und Gemeinden. Das heisst:
- Genügend Restwassermengen gewährleisten.
- Grosse Revitalisierungen konsequent beschleunigen und den Gewässern wieder mehr Raum geben.
- Lokale Verbesserungen mit «Fischende schaffen Lebensraum» umsetzen; Fischerinnen und Fischer entwickeln Eigeninitiative.
- Ufer stärker mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern zwecks Beschattung bepflanzen.
- Tiefe Kolke, Seitenarme und grundwassergespeiste Rückzugsräume erhalten oder neu schaffen.
- Wiederherstellung der freien Fischwanderung umzusetzen, damit Fische bei Trockenheit kühlere, wasserreichere Lebensräume erreichen können.
- Wasserentnahmen aus sensiblen Fliessgewässern bei kritischen Situationen frühzeitig einschränken und das Trockenheitsmanagement schweizweit weiter zu stärken.
Wann wird es für Fische kritisch?
· Ab 20 Grad: Stress für die Fische, speziell für kältebedürftige Arten wie Forellen und Äschen.
· Ab 22/23 Grad: kritische Grenze, kälteliebende Fischarten wie Bachforelle und Äsche leiden zunehmend an Sauerstoffmangel.
· 25 Grad, und mehr - über längere Zeit: für kältebedürftige Fischarten wie Äsche und Bachforelle oft das Todesurteil, grossflächige Fischsterben sind zu befürchten.