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Fischereiverband des Kantons Luzern

30.01.2013: Gewässerverschmutzungen erneut auf Rekordniveau

Gewässerverunreinigungen und Fischsterben durch Gülle und Gewerbe sind im Kanton Luzern auch 2012 auf Rekordniveau. Der Fischereiverband Kanton Luzern ist alarmiert, weil trotz Beteuerungen eine Verbesserung ausbleibt.

30.01.2013: Gewässerverschmutzungen erneut auf Rekordniveau

Hartnäckig kämpft der Fischereiverband Kanton Luzern seit Jahren gegen die hohe Zahl von Gewässerverunreinigungen. Auf Druck des Fischereiverbandes wurde 2006 begonnen, Gewässerverunreinigungen und Fischsterben in einer öffentlich einsehbaren Statistik monatlich zu publizieren: www.uwe.lu.ch/Themen/Gewässerverunreinigungen.

 

2011 und 2012 sind Rekordjahre

Dieser offiziellen Statistik der Luzerner Polizei kann entnommen werden:  

• Gewässerverunreinigen: Im Jahr 2012 wurden 71 Fälle registriert, 30 aufgrund von Gülle, 21 aus Gewerbeabwasser und 20 „Diverse“ (was immer das heisst). Ein Jahr zuvor gab es total 78 Fälle. 2012 und 2011 sind die zwei Jahre mit den meisten Unfällen seit Beginn der Statistik.

• Fischsterben: 2012 wurden 23 Fischsterben registriert. Gegenüber den 37 von 2011 ist das auf den ersten Blick erfreulich. Der zweite Blick zeigt, dass auch hier 2011 und 2012 Spitzenjahre sind. Ursachen: Gülle (11),  Gewerbeabwasser (6), „Diverse“ (6).

 

Grosse Dunkelziffer

Zusätzlich zu den offiziell von der Luzerner Polizei erfassten Fälle gibt es eine grosse Dunkelziffer. Diese schätzt der Fischereiverband – aufgrund ihm bekannter Fälle – als hoch bis sehr hoch ein. In diesem Zusammenhang ruft der Fischereiverband in Erinnerung, dass Gewässerverunreinigungen Offizialdelikte sind! Sie werden von Amtes wegen verfolgt. Voraussetzung ist, dass Verursacher, Beteiligte oder Passanten Verschmutzungen immer umgehend auf dem nächsten Polizeiposten oder bei der Feuerwehr melden. 

 

Schäden für Natur, Staat, Volk

Gewässerverunreinigungen führen zu vielen Schäden: Zehntausende von Fischen ersticken erbärmlich, Fauna und Flora im und am Wasser gehen kaputt und das Eigentum von Staat und Korporationen als Besitzer und von Fischpächtern als Mieter der Gewässer wird beschädigt. Die Folge sind mühselige und teure Reparatur- und Revitalisierungsmassnahmen. In Zukunft soll laut Fischereiverband auch die finanzielle Seite der Schäden aufgezeigt werden. Damit wird es auch um die Frage gehen: Wer kommt für die Schäden auf? Der Steuerzahler?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wir kommen nicht vom Fleck“

Warum ist Luzern national ein Spitzenreiter bei Gewässerverschmutzungen und Fischsterben? Das liegt gemäss Fischereiverband an den im schweizerischen Vergleich hohen Tierbeständen und der entsprechenden Menge Gülle. Der Fischereiverband dankt der Mehrheit der Bauern für ihre Sorgfaltspflicht und anerkennt die Bemühungen von Kanton und Bauernverband zur Sensibilisierung der Landwirte. Dankbar ist der Fischereiverband insbesondere den Landwirten, wenn sie die Schäden schnell melden, damit sofort eingeschritten werden kann.

„Aber das alles reicht einfach nicht, wir kommen nicht vom Fleck“, sagt Franz Häfliger, Präsident  des Fischereiverbandes. „Trotz schöner Worte und trotz eingeleiteter Massnahmen verharrt die Zahl der Unfälle seit Jahren auf hohem Niveau.“

 

Spürbare Massnahmen nötig

Der Fischereiverband Kanton Luzern erwartet, dass die vom Kanton vor drei Jahren eingeleiteten Massnahmen konsequent fortsetzt, ruhig eine Spur konsequenter und intensiver:

• Regelmässiger Check auf den Bauernhöfen nach Risikofaktoren

• Doppelte Abzüge bei den Direktzahlungen nach Güllenunfällen

• Kontrolle durch die Gemeinden bei neuen Güllengruben/Schwemmkanälen

• Verschärfte Kontrolle im Gewässerschutz bei Baugesuchen

• Fortführung der Informationskampagne, speziell des Bauernverbandes

Zusätzlich fordert der Fischerei-Verband eine Überprüfung des Bussenkatalogs und eine gezielte Sensibilisierung von Baufirmen und wasserrelevanter Betriebe für den sorgsamen Umgang mit Gewässern.



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